Juni 2020

Schweizer Forscher entwickeln transparenten Mundschutz

Der Nasen-Mundschutz ist in den letzten Monaten ein ständiger Begleiter geworden. Durch die Coronavirus-Pandemie wurde er in Österreich plötzlich an fast allen öffentlichen Orten zur Pflicht. Auch wenn diese Regeln vor Kurzem deutlich gelockert wurden – Gesichtsmasken dürften in Zukunft auch in unseren Breiten etwas völlig Normales bleiben.

Auch, wenn sich die meisten in den letzten Wochen schnell mit dem neuen Gesichtsaccessoire abgefunden haben – ein Problem bleibt: Von der Mimik seines Gegenübers ist mit einem Nasen-Mundschutz kaum etwas zu erkennen. Was für die meisten Menschen einfach nur ungewohnt ist, kann aber gerade für alte Menschen, Kleinkinder und Menschen mit Hörbehinderung ein echtes Problem sein. Für sie wird die Kommunikation dadurch stark eingeschränkt. Schweizer Forscher des Essential Tech Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St. Gallen arbeiten deshalb bereits seit zwei Jahren an einer transparenten und dennoch atmungsaktiven Gesichtsmaske.

Diese Maske ist dabei besonders für Ärzte und Pflegekräfte gedacht. Für Patienten ist das Gefühl der Empathie beim medizinischen Personal wichtiger als viele glauben. Studien belegen, dass Mitgefühl und eine gute Beziehung zu Ärzten und Pflegepersonal sich positiv auf die Genesung der Patienten auswirken. Zwar gibt es bereits Masken mit einem durchsichtigen Mundstück – diese beschlagen allerdings schnell und beeinträchtigen außerdem die Atmung, da die Folie nicht luftdurchlässig ist.

Die Idee für die transparente und trotzdem atmungsaktive Maske ist der Schweizer Märchenerzählerin Diane Baatard gekommen . Ihr fiel bei ihren Erzählstunden auf der Genfer Kinderkrebsstation auf, dass die Kinder ihr aufmunterndes Lächeln ja gar nicht sehen konnten. Das von ihr daraufhin mitbegründete Projekt „Hello Mask“ brachte den Stein für die durchsichtige Schutzmaske ins Rollen.

Die transparente Maske soll, wenn sie fertig ist, nur um maximal 20 Prozent teurer sein als herkömmliche Masken. Außerdem ist der Prototyp biologisch abbaubar. Das ist vor allem deshalb von großer Bedeutung, da die Maske für den einmaligen Gebrauch gedacht ist. Mittlerweile ist es den Forschern tatsächlich gelungen, ein passendes Material zu entwickeln. Der Nasen-Mundschutz ist schon so weit gediehen, dass die Produktion bald anlaufen dürfte. Schon in einem Jahr soll der transparente Nasenmundschutz in den ersten Schweizer Krankenhäusern getestet werden.

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