Bodenseeregion in Vorarlberg

 

Kulturhaus Bregenz © Markus Tretter / Vorarlberg Tourismus

 

Wohnanlage in Feldkirch © Lukas Gächter / Walser + Werle

 

Gantner Electronic Schruns © Darko Todorovic / Vorarlberg Tourismus

 

März 2020

Klein aber oho: das Architekturland Vorarlberg

Experimentierfreudig, liberal, offen: so kann die Architekturlandschaft in Vorarlberg bezeichnet werden. Die hohe Kompetenz im westlichsten Bundesland Österreichs überzeugt nicht nur die Fachwelt. Seit den 60er-Jahren gilt Vorarlberg als Vorzeigeregion. Wir werfen einen Blick auf das kleine Bundesland, das weltweit mit seiner Architektur begeistert. 

Experimentierfreudig, liberal, offen: so kann die Architekturlandschaft in Vorarlberg bezeichnet werden. Die hohe Kompetenz im westlichsten Bundesland Österreichs überzeugt nicht nur die Fachwelt. Seit den 60er-Jahren gilt Vorarlberg als Vorzeigeregion. Wir werfen einen Blick auf das kleine Bundesland, das weltweit mit seiner Architektur begeistert. 

Montforthaus in Feldkirch © Petra Rainer / montforthaus

Gemeindeamt Andelsbuch © Ludwig Berchtold / Vorarlberg Tourismus

Eine offene Gesellschaft, die beim Thema Architektur experimentierfreudig ist, gepaart mit der Expertise der anerkannten Vorarlberger Architekten führen zu einem hohen Niveau der zeitgenössischen Architektur in Vorarlberg. Eine zukunftsweisende und ressourcenschonende Baukultur wird gelebt. Bereits im Jahr 2000 bezeichnete das internationale Magazin Wallpaper das westlichste Bundesland Österreichs als „den progressivsten Teil des Planeten in Sachen neue Architektur“. Vor allem im Bereich der Ressource Holz hat Vorarlberg eine Vorreiterstellung, immerhin befindet sich hier die weltweit höchste Dichte an Holzbauten. Das Streben nach der Erfüllung von ästhetischen und funktionellen Bedürfnissen und der hohe Qualitätsanspruch führen zu der erstklassigen Architektur. Nicht nur Wohnanlagen oder Einfamilienhäuser überzeugen in Vorarlberg, auch öffentliche Gebäude, wie beispielsweise das Montforthaus in der Stadt Feldkirch oder das Gemeindeamt in Andelsbuch, begeistern durch die hochwertige Baukunst.

Das Vorarlberger Architektur Institut (vai), das auf eine Initiative von Mitgliedern der Zentralvereinigung der Architekten Vorarlbergs zurückgeht, fokussiert die nachhaltige Stärkung der Baukultur und bietet eine Plattform für die Architekturlandschaft in Vorarlberg. Die Unterstützung von 200.000 Euro des Landes Vorarlberg an das vai unterstreicht nochmals den hohen Stellenwert der Architektur im kleinen Bundesland am Bodensee. „Mit der Unterstützung für das einzigartige Qualitäts-Netzwerk verbunden ist das klare Bekenntnis des Landes zu einer hochwertigen Architektur in Vorarlberg“, stellt Landeshauptmann Wallner klar.

Die besondere Verankerung des Handwerkes in Vorarlberg nennt Landesrat Tittler als einen der wesentlichen Gründe für die hochstehende Baukultur. „Das über Generationen angesammelte Know-how ermöglicht überhaupt erst die ästhetischen, bautechnischen und ressourcenschonenden Innovationen, durch die sich Vorarlbergs zeitgenössische Architektur auszeichnet“, verdeutlicht der Landesrat.

Ein Problem kann die architektonische Modellregion Vorarlberg jedoch auch nicht verleugnen: die Zersiedelung. Der Vorarlberger Leitspruch „Schaffa, schaffa, Hüsle baua“ ist bei der Bevölkerung tief verankert. Früher wurden noch vermehrt Siedlungen gebaut, heute vor allem Einfamilienhäuser. Das Rheintal in Vorarlberg gehört inzwischen zu einer der dynamischsten Agglomerationen Europas und ist nach Wien und Graz der dichtesten besiedelte Ballungsraum Österreichs. Die Immobilienpreise sind hoch und Grundstücke kaum mehr leistbar. Die Zersiedelung ist ein österreichweites Thema, wobei vor allem in Vorarlberg das Bewusstsein für dieses Problem vorhanden ist.

Interessante Planungen, ressourcenschonende Bauweise, anerkannte Architekten und offene Einwohner ermöglichen ein spannendes und hochwertiges Architekturland Vorarlberg, das international Beachtung findet. Klein aber oho!