Mai 2019

Handwerk und High-Tech

Text: Claudia Simone Hoff

Eine Nadel im Heuhaufen suchen, sich in die Wolle kriegen, am seidenen Faden hängen, eine Gardinenpredigt halten – Stoff und Stoffliches sind im kollektiven Gedächtnis verankert und haben als Redensarten Eingang in die deutsche Sprache gefunden. Kein Wunder, denn wir kleiden uns mit Textilien und richten uns unsere Wohnung ein: mit Vorhängen, Bezugsstoffen, Bettwäsche, Kissen und Teppichen.

Alles anders

Räume haben – und das wird gerade in Zeiten von zunehmender Technisierung und Automatisation immer mehr Menschen bewusst – Auswirkungen auf unser ästhetisches Empfinden, unsere Gesundheit, Zufriedenheit und Produktivität. Wohl auch deshalb wird die Gestaltung des eigenen Zuhauses immer wichtiger. Neben Farben und Tapeten eignen sich Textilien für die Gestaltung eines Raums besonders gut, denn sie können schneller ausgetauscht werden als Tisch, Schrank oder Sofa. Und man kann mit ihnen ein Statement setzen: als karminrote Wand, dreidimensionale Vorhänge im Origami-Look oder blumig gemusterte Samtkissen. Handgefertigte, abgepasste Teppiche beispielsweise sind „Seelenflächen unserer Einrichtung“ wie Jürgen Dahlmanns von Rug Star sagt, strukturieren aber auch den Raum, sorgen für eine gute Akustik und halten schön warm. Ebenso wie Vorhänge und Bezugsstoffe verwandeln Teppiche reine Verkehrsflächen in Räume, in denen man gerne ist. Vom sinnlichen Aspekt des Stofflichen spricht auch Camilla Fischbacher, Art Director des Textilunternehmens Christian Fischbacher, wenn sie sagt, dass Räume ohne Textilien kalt wirken. Und sie ergänzt: „So wie Menschen mit ihrer Kleidung ihrem individuellen Charakteren Ausdruck verleihen, können Stoffe Räumlichkeiten mit Persönlichkeit auszeichnen.“ Deshalb setzt das Schweizer Label auf die ganzheitliche Inszenierung von Räumen, wobei Textilien universell eingesetzt werden: als Sesselbezug, Teppich, Vorhang, Handtuch oder Bettwäsche. Dass das Stoffliche auf dem Vormarsch ist, zeigt sich auch daran, dass branchenfremde Hersteller zunehmend Textilien anbieten – von High End bis Low Budget. So decken sie mit Möbeln, Leuchten, Accessoires und Textilien den gesamten Lifestyle-Bereich ab, wobei sich insbesondere skandinavische Labels wie Ferm Living, Broste Copenhagen und House Doctor geschickt als Allrounder vermarkten.

Die ganze Story gibt`s im Magazin zu lesen!

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