Mai 2019

Mit Schirm, Charme und Methode

Als der junge Unternehmer Oskar F. Weishäupl sich Anfang der Siebzigerjahre mit Freunden zu einer Motorradtour über die Alpen nach Italien aufmachte, ahnte er noch nicht, dass diese Reise seine beruflichen Pläne buchstäblich nachhaltig durcheinanderwirbeln würde. Bei der Ankunft auf der Piazza von Verona war nämlich gerade Wochenmarkt, wo die Bäuerinnen ihre frisch geerntete Ware unter großen Schirmen den Passanten feilboten. Den gelernten Feinmechaniker und Diplom-Ingenieur Weishäupl faszinierten nicht, wie alle anderen Marktbesucher, vornehmlich das herrlich sonnengereifte Obst und Gemüse, sondern vielmehr die robusten Schattenspender, über deren hölzerne Konstruktion sich helles Tuch spannte. Die Marktschirme beflügelten seine Fantasie, und zurück im heimischen Stephanskirchen disponierte der umtriebige Tüftler sofort um. Ursprünglich wurden in seiner 1969 gegründeten Werkstatt moderne Multiplexmöbel sowie auch die für die Gegend typischen Bauernschränke gefertigt. Jetzt aber sah der Chef eine echte Marktlücke. Denn egal wie vornehm die Terrassen und Balkone von Villen, Stadthäusern oder Hotels landauf, landab auch angelegt sein mochten – als Sonnenschutz stand mangels Alternative lediglich so ein fipsiges Schirmchen mit strichdünnem, knickbarem Stamm und oftmals unpassend bunt gemusterter Bespannung zur Verfügung. Ein adäquater Sonnenschirm war damals schlichtweg nicht zu bekommen und wartete also nur auf seine Geburtsstunde.

EINE IDEE SETZT SICH DURCH

Die war nun gekommen, und die noch im Aufbau begriffene Werkstatt von Oskar F. Weishäupl hatte bald alle Hände voll zu tun. Denn obwohl es sich bei den in kompletter Handarbeit gefertigten Holzschirmen mit damals noch reiner Baumwollbespannung wahrlich nicht um Schnäppchen handelte, die der Chef mit Verve auf der Gartenfachmesse in Köln 1974 präsentierte, war die Nachfrage überwältigend. Um die bald stetig steigenden Bestellungen erfüllen zu können, beschränkte sich der Betrieb zunächst vollständig auf die individuelle Fertigung der Schirme. Und an der hat sich bis zum heutigen Tag nicht viel verändert. Denn automatisierte Produktionsstraßen und große Lagerhallen für vorproduzierte Ware sucht man auf dem idyllisch mit Alpenpanorama gelegenen Firmengelände nach wie vor vergebens. Der aus naheliegenden Gründen getaufte „Klassiker“ des inzwischen um zahlreiche Möbel für den Outdoor-Bereich erweiterten Weishäupl-Sortiments bestreitet auch nach rund 45 Jahren einen ansehnlichen Teil des Unternehmensumsatzes.

Die ganze Story gibt`s im Magazin zu lesen!

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