Juni 2020

Von babyblauen Bohrmaschinen

Warum gibt es eine pinke Nähmaschine fast überall zu kaufen, eine Kreissäge mit Strasssteinchen wäre dagegen undenkbar? Diese Frage stellten sich auch die Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten in Ulm in der Ausstellung „Nicht mein Ding – Gender im Design“ zu sehen sind. Die Schau hat sich Produktdesign gewidmet, das Rollenbilder reporduziert und zeigt zudem Arbeiten, die damit auf kreative Art und Weise brechen. Dazu ist jetzt in der Nachbearbeitung eine Publikation (AV Edition) erschienen.

Herausgegeben haben diese Katharina Kurz und Pia Jerger, die die Ausstellung für das Archiv der Hochschule für Gestaltung Ulm auch zusammengestellt haben. Dabei ist es ihnen gelungen aufzuzeigen, wie deutlich Genderrollen und Erwartungshaltungen im Design unzähliger Produkte zu erkennen sind. Gerade beim Thema Spielzeug reicht meist schon der Blick auf die Farbe der Verpackung, um zu erkennen, für welches Geschlecht das Produkt gedacht ist. Die Ausstellung versucht, über die blauen Buben- und die rosa Mädchenspielzimmer hinaus zudenken. Studierende aus Hannover haben beispielsweise einen Baukasten im Look des Spielzeugherstellers Lego gestaltet, aus dem ein Kinderwagen gebaut werden kann.

Doch nicht nur Kinder werden über Produkte klar in ihrer Geschlechtlichkeit beeinflusst. Auch bei Haushaltsgeräten spiegeln sich Rollenbilder wieder. Erfrischend anders kommt deshalb etwa die Bohrmaschine „Dolphia“ der Künstlerin Kahrin Ehrenberger daher. Mit hellblau-weißer Farbgestaltung ist sie ein krasser Kontrast zum klassischen Baumarkt-Modell. Ebenso aus der Reihe fällt im Gegenzug ihr Stabmixer „Mega Hurricane“, der mit dem klassischen Design von Küchengeräten bricht.

Diese und weitere Einblicke bietet die Publikation „Nicht mein Ding – Gender im Design“ (AV Edition) von Kurz und Jerger, die über www.avedition.de für 29,- erhältlich ist.

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