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Juli 2020

Einmal ins ANNAversum und nie wieder zurück

Die gebürtige Weißrussin Anna heißt nicht nur so wie ihr Designer Schmucklabel, sie ist auch dessen Herzstück. Mit ihrer unerschöpflichen Kreativität, viel Liebe zum Detail und dem Willen zu Perfektionismus hat sie in kürzester Zeit ihr eigenes ANNAversum erschaffen. Ihre Geschäfte findet man heute nicht nur in Wien, sondern auch in München, Hamburg, London und New York City.

Um Ihnen einen besseren Einblick zu geben, haben wir uns mit Ihr getroffen und ein paar (persönliche) Fragen gestellt.

Wie hat sich Ihre Leidenschaft für Schmuck entwickelt?

Plötzlich und aus dem Nichts.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Was hat Sie dazu motiviert, Schmuck zu kreieren?

Ich bin Schütze und somit eine Macherin, die noch dazu ungeduldig ist und am liebsten alles sofort hat. Die Motivation Schmuck zu kreieren entstand anfänglich durch den in mir immer größer werdenden Drang, positive Gedanken in Form von Gravuren täglich auf einem Armband bei sich zu tragen und diese zu versprühen. Gleichzeitig gab es damals noch kaum jemanden, der Schmuck aus Roségold designed hatte, was mir immer schon viel besser gefiel als Gelbgold. 
Inzwischen liebe ich es, Menschen dabei zu helfen, sich oder anderen eine Medaille zu verleihen. Ich möchte vor allem Frauen dazu ermutigen, sich selbst Medaillen in Form meines Schmuckes zu verleihen, als Anerkennung und Auszeichnung für ihre Leistungen und Erfolge.

Welche Linie verfolgen Sie und worin sehen Sie Ihre USP‘s

Schmuck muss für mich eine Message übermitteln und vielseitig sein. Alle Schmuckstücke unserer ANNA Inspiring Jewellery Linie sind nicht ausschließliche Einzelgänger, sondern vielseitig kombinierbar, oder werden durch das Stacken und Layern sogar noch stärker. Das gibt jeder Kundin und jedem Kunden die Möglichkeit, sich individuell darzustellen. Dazu kommt auch noch die Leidenschaft, mit der ich meiner Geschäfte gestalte. Glücklicherweise ist es mir durch das erschaffene Flair gelungen, Menschen zu verzaubern.
Ich sehe die Marke ANNA und die gesamte Firma dahinter wie eine Opern Inszenierung. Es gibt eine Bühne, die gestaltet und bespielt wird. Dahinter sind unzählige Rollen, die die Aufführung erst möglich machen und zum Erfolg bringen. Das spiegelt sich nicht nur in meinem Schmuck wieder, sondern auch in unserer Verpackung, den Uniformen der VerkäuferInnen, ihren roten Lippen, unseren Schaufensterpuppen und der regelmäßig wechselnden Gestaltung der Schaufenster.

Welcher Trend kommt ganz aktuell auf?

Perlen sieht man schon seit längerem wieder vermehrt, aber gerade in diesem Jahr sehen wir einen Peek. Das klassische Schmuckstück wird modern interpretiert und gilt nicht mehr als spießig. Auch Barockperlen sind wieder gefragt. In unserer aktuellen Sommerkollektion kombiniere ich beispielsweise sehr kleine Perlen, aufgefädelt und geknüpft mit unseren berühmten farbigen Bändern. Dabei greifen wir auch den Trend Neonfarben auf.

Erkennen Sie auch Trendströmungen hinsichtlich der Steine?

Farbige Steine wie Rubine, Smaragde und Saphire in unterschiedlichen Farben, aber auch blaue Diamanten, sind wieder beliebter. Gerade in den Sommermonaten sind Türkise sehr beliebt. Ich war schon immer begeistert von diesem Stein, da er die Persönlichkeit strahlen lässt. Gerade in Kombination mit Roségold sind Türkise, egal ob klein oder groß, ein absolutes Highlight auf gebräunter Haut. 

Wie würden Sie die „new Customers“  Generation X – sozusagen alle geboren nach dem Jahr 2000, beschreiben. Wann werden diese Personen zu Ihren Kunden?

Unsere jüngeren KundInnen lassen sich gerne ANNA Schmuckstücke zu besonderen Anlässen schenken. Sie wissen sehr genau was sie möchten und sehen unsere Schmuckstücke inzwischen auch als besondere Auszeichnung. Ihnen ist klar, dass sie diese Schmuckstücke für die Ewigkeit bekommen.
Früher hatten Eltern ihre Kinder mit zum Juwelier genommen. Bei uns ist es umgekehrt und Töchter bringen ihre Mütter mit, die sich dann auch gerne von den Töchtern beraten lassen und viel Wert auf ihre Meinung legen. So beobachten wir eine Verbindung von bis zu drei Generationen in unseren Geschäften, wo jeder etwas für sich entdeckt. Auch das verbindet Töchter, Mütter und Großmütter auf eine ganz besondere Art und Weise - über unseren Schmuck.

Ihr Schmuck ist sehr ausdrucksstark. Woher nehmen Sie Ihre Ideen oder wo lassen Sie sich inspirieren?

Meine Ideen nehme ich von überall - aus der Modebranche, der Architektur, Wien inspiriert mich und ich bin ein großer Fan der japanischen Vogue. Diese durchzublättern bereitet mir einmal im Monat die größte Freude, weil es wie ein Blick in die Zukunft ist. Oft bestärkt und bestätigt mich der Inhalt in meinen bereits bestehenden Ideen.

Welchen Weg muss es von der Idee bis zum fertigen Produkt durchlaufen?

Neue Ideen werden erstmals in unserem Product Management und Design Meeting auf den Tisch gebracht und besprochen. Wenn wir uns dazu entschließen, das Produkt zu produzieren, wird ein erstes Sample gefertigt. Durch unsere hauseigene Werkstatt im 1. Bezirk in Wien haben wir kurze Wege und können sehr schnell Dinge ausprobieren und ändern. Der fertige Prototyp wird wieder in der Gruppe besprochen und es gibt eventuell noch Korrekturschleifen und weitere Samples. Wenn das fertige Schmuckstück am Ende gefällt, geht es in Produktion. Somit befindet sich der gesamte Entstehungsweg von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt unter einem Dach in der Wiener Innenstadt.

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Schmuckstück, das Sie selbst angefertigt haben?

Nein leider nicht, es sind inzwischen tausende.

Gibt es ein absolutes Lieblingsstück aus Ihren bisherigen Entwürfen?

Ich verliebe mich immer wieder neu und ich liebe alle Schmuckstücke, die erst während der Goldschmiedearbeit entstehen. Bei meiner Anna Haute Jewellery Linie verwirkliche ich hauptsächlich Einzelstücke und hochkarätigere Designs. Oft starte ich mit einer Grundidee und entwickle das Schmuckstück während dem Fertigungsprozess meiner Goldschmiede. So kommen Elemente dazu, oder auch wieder weg und es wird so lange daran gearbeitet, bis es in meinen Augen fertig ist. Ohne diesem Prozess könnte ich diese spektakulären Schmuckstücke nicht verwirklichen.

Was wollen Sie in Hinblick auf Schmuckdesign unbedingt noch ausprobieren?

Nichts bestimmtes, denn was mir in den Sinn kommt, setze ich sofort um.

Wie haben sich die letzten Jahre in Ihrer Branche entwickelt?

Schmuck wurde in den vergangenen Jahren wieder um einiges präsenter, was man auch in der Modebranche beobachten kann. Ein schönes Schmuckstück ist mindestens genauso wichtig, wie eine tolle Handtasche. Dadurch wurde der Markt in den letzten Jahren regelrecht mit neuen Schmuckfirmen und kleinen Labels geflutet. Auch weil es inzwischen leichter geworden ist, ein Produkt auf den Markt zu bringen. 

Wer wird in 5-10 Jahren noch konkurrenzfähig sein und warum?

All jene, die es schaffen, nicht nur Schmuck, sondern eine eigene Brand zu kreieren. Es wird schwierig sein, aus dem Sumpf von ähnlichen Designs und der Masse an Schmuckmarken langfristig herauszustechen. Wer es schafft, eine Geschichte zu erzählen, online gut aufzutreten und den Nerv der Zeit zu treffen, wird konkurrenzfähig bleiben. Wie bereits erwähnt, ist es inzwischen einfach, ein Produkt auf den Markt zu bringen. Wir haben es jedoch auch geschafft, durch langfristiges Service und Qualität, Beziehungen zu unseren Kunden aufzubauen, die bereits viele Jahre bestehen. Das kann nicht jeder bieten.

Noch ein paar private Fragen...

Mit welcher Persönlichkeit (Politiker, Unternehmer,…) würden Sie gerne Abendessen?

Barack Obama

Was sind 3 Ihrer größten Ziele in diesem Leben? 

Oberstes Ziel ist es gesund und glücklich mit meinem Mann zu leben. Außerdem wünsche ich mir eine nie versiegende Quelle der Inspiration, egal in welchem Alter. Beruflich gesehen ist mein oberstes Ziel, mit der Marke ANNA weltweite Anerkennung zu erlangen. 

Was war Ihr größter Erfolg in den letzten 10 Jahren? 

Mein größter privater Erfolg ist die Liebe zu meinem Mann, meinem Partner in Crime.

 

www.annaij.com

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