Website-Icon Morethandesign.at – Design & Fashion Magazin

Wem gehört Prada? Miuccia Prada übernimmt Versace

Wem gehört Prada Miuccia Prada übernimmt Versace

Prada – der Name allein evoziert Bilder von zeitloser Eleganz, innovativer Ästhetik und einem unverwechselbaren Gespür für Stil. Doch hinter dem legendären Logo und den ikonischen Designs verbirgt sich ein komplexes Firmengeflecht.

Viele stellen sich die Frage: Wem gehört Prada wirklich? Ist es ein Teil eines gigantischen Luxuskonzerns, oder hält die Gründerfamilie die Zügel fest in der Hand? Tauchen Sie mit uns ein in die Geschichte, die Eigentümerstruktur und die faszinierende Welt des italienischen Modehauses.

Die Marke Prada: Von Lederwaren zum globalen Imperium

Die Geschichte der Marke Prada beginnt nicht mit extravaganten Nylon-Taschen, sondern in der Welt der feinen Lederwaren.

1913: Die bescheidenen Anfänge in Mailand

Im Jahr 1913 gründete Mario Prada, zusammen mit seinem Bruder Martino, das Unternehmen Fratelli Prada (Gebrüder Prada) in Mailand. Zunächst konzentrierte man sich auf den Verkauf von exquisiten Reiseartikeln, Taschen und Accessoires aus Leder.

Der Erfolg stellte sich schnell ein, und Prada wurde bald zum offiziellen Lieferanten des italienischen Königshauses ernannt – ein prestigeträchtiges Gütesiegel, das die Marke frühzeitig im Luxussegment positionierte.

Prada Group: Der Aufstieg zur internationalen Macht

Nach dem Tod Marios und einer Phase relativer Stagnation in der Mitte des 20. Jahrhunderts, erlebte die Prada Group ab 1978 unter der Leitung von Marios Enkelin, Miuccia Prada, und ihrem späteren Ehemann, Patrizio Bertelli, einen kometenhaften Aufstieg.

Miuccia brachte die avantgardistische und intellektuelle Ästhetik ein, die die Marke heute prägt, während Bertelli das Geschäft zu einem global agierenden Konzern ausbaute. Diese Partnerschaft ist der Schlüssel zum heutigen Erfolg und zur Eigentümerstruktur des Unternehmens.

Wem gehört Prada? Die Eigentümerstruktur

Die Frage wem gehört die Marke Prada führt uns direkt zur Börse und zur Gründerfamilie.

Prada S.p.A.: Das börsennotierte Unternehmen

Die Muttergesellschaft des Modehauses ist die Prada S.p.A. (Società per Azioni), die seit 2011 an der Börse in Hongkong (HKEX) notiert ist.

Dies ist eine wichtige Information, denn als börsennotiertes Unternehmen gehört ein Teil der Firma institutionellen Anlegern und der breiten Öffentlichkeit.

Der dominierende Anteil der Familie

Trotz der Börsennotierung liegt der Löwenanteil und somit die Kontrolle über die Prada Group fest in den Händen der Gründerfamilie. Der größte Anteil wird von der Prada Holding S.p.A. gehalten.

Diese Holding gehört Miuccia Prada, Patrizio Bertelli und ihren Kindern. Die Familie hält die Mehrheit der Anteile und somit die strategische Kontrolle über alle wichtigen Entscheidungen.

Umsatz und CEO: Zahlen und Köpfe hinter dem Erfolg

Um die Größe und den Einfluss der Prada Group zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen und die Führungsspitze.

Der aktuelle Umsatz

Die Prada Group ist ein Unternehmen von enormer finanzieller Tragweite. Die Umsatzzahlen bewegen sich regelmäßig im Milliardenbereich (Euro), was die Position des Unternehmens als einen der weltweit führenden Akteure im Luxussegment untermauert.

Diese Zahlen reflektieren nicht nur den Erfolg der Hauptmarke Prada, sondern auch der Zweitmarke Miu Miu und anderer Teilmarken.

Die Doppelspitze als CEO

Im Jahr 2022 vollzog die Prada Group eine wichtige Umstrukturierung an der Spitze. Zunächst trat Patrizio Bertelli als CEO (Chief Executive Officer) der Gruppe zurück, um den Staffelstab an eine Doppelspitze zu übergeben: Andrea Guerra und Patrizio Bertelli Jr.

Diese gemeinsame Führung soll Kontinuität mit innovativer Führung verbinden. Miuccia Prada bleibt weiterhin Creative Director der Marken Prada und Miu Miu und hält somit die kreative Seele des Unternehmens in ihrer Hand.

Hat Prada Versace gekauft? Abgrenzung von den Konkurrenten

Ein häufiges Missverständnis in der Modebranche betrifft die Zugehörigkeit von Luxusmarken zu größeren Konzernen. Viele fragen sich: Hat Prada Versace gekauft?

Die Unabhängigkeit im Luxus-Konzern-Dschungel

Die Antwort ist ein klares Nein. Prada und Versace sind getrennte Unternehmen und gehören zu unterschiedlichen Konzernen.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Prada Group selbst kein Teil der großen Luxus-Giganten LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy) oder Kering (Gucci, Saint Laurent) ist. Diese relative Unabhängigkeit ist ein entscheidendes Merkmal des italienischen Modehauses.

Die Evolution der Kollektion

Die treibende Kraft hinter dem anhaltenden Erfolg der Prada Group ist die ständige Weiterentwicklung ihrer Kollektionen, die Mode, Kunst und Architektur vereinen. Miuccia Pradas Einfluss sorgte für eine Prada Ästhetik, die intellektuell und subversiv ist.

Besonders die Verwendung von robustem Nylon in den Taschen und Rucksäcken der 1980er Jahre revolutionierte das Luxussegment und führte die Marke in eine neue Ära.

Fazit: Wem gehört Prada? Die Kontrolle bleibt in Familienhand

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auf die Frage „wem gehört Prada“ die Antwort komplex, aber klar ist: Die Prada Group ist ein börsennotiertes Unternehmen (Prada S.p.A.), doch die strategische Kontrolle liegt weiterhin fest bei der Gründerfamilie Prada/Bertelli durch ihre Mehrheitsbeteiligung an der Prada Holding.

Sie managen erfolgreich den Spagat zwischen globaler Präsenz, beeindruckendem Umsatz und dem Erhalt der kreativen Vision, die Prada seit 1913 auszeichnet. Es ist die seltene Geschichte einer Familie, die ihr Imperium in einer von Großkonzernen dominierten Branche behauptet.

Die mobile Version verlassen