WohnenLifestyle

Umzug in die Schweiz: Was Österreicherinnen in den ersten Wochen erledigen sollten

Die Frist beginnt mit dem Tag der Ankunft

Viele Leserinnen aus Österreich spielen mit dem Gedanken, für eine Stelle oder eine Beziehung in die Schweiz zu ziehen, und merken erst beim Packen, wie viele Regeln dort anders sind als zu Hause. Hartnäckig hält sich dabei eine Annahme: Weil die Schweiz so nah liegt und in Zürich, Bern oder Basel Deutsch gesprochen wird, könne man sich zuerst einrichten und die Behördenwege später erledigen. Das klingt vernünftig. Es stimmt aber nur für einen kleinen Teil der Zuziehenden, und für Berufstätige gar nicht.

Wer in der Schweiz arbeiten oder länger als drei Monate dort wohnen will, meldet sich innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft bei der Wohngemeinde an, so erklärt es das Welcome Center der Universität Basel auf seiner Seite zur Anmeldung. Ein Satz auf derselben Seite verkürzt diese Frist für alle mit Arbeitsvertrag: „Die Anmeldung muss in jedem Fall vor der Aufnahme der Erwerbstätigkeit erfolgen.“ Bei Ankunft an einem Donnerstag und Arbeitsbeginn am Montag bleibt für den Gang zur Gemeinde im Grunde nur der Freitag. Ohne Anmeldung bis zu drei Monate bleiben dürfen EU-Bürgerinnen nur, wenn sie in der Schweiz weder Wohnsitz nehmen noch arbeiten.

Der Ständerat will beim Zuzug mehr Papiere sehen

Am Schalter geht es heute vor allem um Unterlagen. Im Kanton Basel-Stadt erfolgt die Anmeldung persönlich beim Einwohneramt, mitzubringen sind ein gültiger Ausweis (für EU-Bürgerinnen reicht die Identitätskarte), das ausgefüllte Anmeldeformular mit der genauen Wohnadresse und eine ausgefüllte Vorstrafenerklärung. Mit der Anmeldung wird zugleich die Bewilligung beantragt, und welche ausgestellt wird, hängt etwa von Aufenthaltsgrund und Vertragsdauer ab. Ob das Verfahren so bleibt, ist offen. Der Ständerat hat in der Herbstsession dem bilateralen Vertragspaket zugestimmt und will zugleich, dass EU-Bürgerinnen und EU-Bürger beim Zuzug in die Schweiz einen Strafregisterauszug vorlegen müssen, wie cash.ch am 9. Oktober 2026 berichtete. Definitiv war dieser Beschluss damals nicht, denn der Nationalrat musste sich noch mit dem Dossier befassen.

Auch im Internet gelten nach dem Umzug Schweizer Regeln

Mit dem neuen Wohnsitz kommt meist auch ein Schweizer Internet- oder Handyanschluss, und für ihn gelten Schweizer Sperrregeln. Nach Artikel 86 Absatz 4 des Bundesgesetzes über Geldspiele (BGS) sperren die Fernmeldedienstanbieterinnen den Zugang zu nicht bewilligten Online-Spielangeboten, die die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) auf ihrer Sperrliste führt. Unter den bewilligten Angeboten ist auch 7melons, das Online-Casino des Grand Casino Bern. Ein Angebot auf dieser Sperrliste ist über einen Schweizer Anschluss dagegen gesperrt. Bei Geldspielen kann eingesetztes Geld verloren gehen, auch bei einem bewilligten Angebot: Verantwortungsvolles Spielen heißt, nur Beträge zu verwenden, deren Verlust man verkraften kann.

Nach dem Amtsweg beginnt das Einrichten

Nach dem Amtsweg beginnt das Einrichten

Beim Handy beginnt die Umstellung oft schon vor der Abreise. Wer die österreichische Nummer zunächst behält, prüft am besten noch zu Hause, was Telefonieren und mobiles Surfen in der Schweiz im bisherigen Tarif kosten. Ein Schweizer Vertrag folgt meist erst, wenn die neue Adresse feststeht. Bis dahin hilft eine Liste aller Stellen, die von der Adressänderung erfahren müssen, von der Bank bis zur Versicherung. Auch Abos und Mitgliedschaften in Österreich lassen sich so rechtzeitig kündigen oder umstellen.

Kartons bleiben in dieser Phase oft länger stehen als geplant, weil die Termine bei Amt und Arbeitgeber Vorrang haben. Das ist kein Grund zur Unruhe. Sobald das Schlafzimmer eingerichtet ist, lohnt sich ein Blick auf Pflanzen, die gut fürs Schlafzimmer sind, denn wer im Herbst umzieht, erlebt die erste Heizperiode mit ihrer trockenen Luft gleich in den neuen Räumen. Ein paar Töpfe am Fenster lassen eine fremde Wohnung außerdem schneller vertraut wirken.

Auch das Haushaltsbudget will neu gerechnet werden. Gehalt und Miete laufen künftig in Franken, während eine Versicherung oder ein Sparplan in Österreich vielleicht noch eine Weile in Euro weiterläuft. Ein eigener Posten für Freizeit am neuen Wohnort, vom Konzertticket bis zum Ausflug in die Berge, verhindert, dass die ersten Monate unbemerkt teurer werden als geplant.

Fazit: Erst die Gemeinde, dann der Rest

Für die eigene Planung ergibt sich daraus eine klare Reihenfolge. Am Anfang stehen Wohnadresse und Ankunftstag, denn an ihnen hängen die Anmeldefrist und, für Berufstätige, der letzte mögliche Termin vor dem ersten Arbeitstag. Danach kommen die Unterlagen für das Amt, erst dann Handyvertrag und Budget. Ob beim Zuzug künftig ein Strafregisterauszug nötig wird, war laut cash.ch Anfang Oktober 2026 noch offen, weil die Beratung im Nationalrat ausstand. Wer erst im Winter oder Frühjahr umzieht, sollte den Stand deshalb kurz vor dem Termin noch einmal prüfen.

What's your reaction?

Excited
0
Happy
0
In Love
0
Not Sure
0
Silly
0

Leave feedback about this

  • Rating

4 × 2 =

Mehr in:Wohnen

Next Article:

0 %